Graphische Sammlung der FAU

Die Graphische Sammlung der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) enthält 1.800 Handzeichnungen, 4.000 Kupferstiche und Radierungen sowie 1.000 Holzschnitte aus der Zeit vom Mittelalter bis zum Barock. Die Sammlung gilt als einziges unversehrt erhaltenes Zeugnis der großen Nürnberger Kunstsammlertradition: Was zunächst in Nürnberger Künstlerwerkstätten im 14. und 15. Jahrhundert aus arbeitstechnischer Notwendigkeit aufbewahrt wurde − Musterblätter, Skizzen, Kompositionsentwürfe, Sicherheitskopien oder auch selbständige Arbeiten in Farbe − fand recht bald das Interesse kunstsinniger Kaufleute.

Vermutlich im 17. Jahrhundert gelangten die Blätter in den Besitz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und wurden Teil ihrer umfangreichen Kunstsammlung. Als die Markgrafschaft Ende des 18. Jahrhunderts an Preußen fiel, wurden die Graphiken im Winter 1805/1806 zusammen mit den Beständen der Ansbacher Schlossbibliothek der Erlanger Universitätsbibliothek übergeben, wo sie bis heute aufbewahrt werden.

Sicher nicht im Umfang, aber ohne Zweifel in ihrem künstlerischen Wert kann sich die Erlanger Sammlung mit den großen graphischen Sammlungen messen. Was die nordeuropäische Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts betrifft, gehört sie neben Paris, Wien, Berlin und New York zu den weltweit wichtigsten ihrer Art.